Adieu, kleines Olderup!

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Adieu, kleines Olderup!

Olderup – „Jetzt ist es doch komisch“, sagt Heike Braren. Am Sonntag (27.) verabschiedet sich die Kirchengemeinde Olderup von ihr, Propst Jürgen Jessen-Thiesen wird sie feierlich entpflichten, und dann bricht die Theologin zu neuen Ufern auf: Ab 1. Februar ist sie Pastorin der Kirchengemeinde Husum.

Es war ein guter Start ins Berufsleben
Für die 40-Jährige gehen damit zehn Jahre Landgemeinde zu Ende. 2008 war sie hergekommen, nachdem sie in Hamburg, Heidelberg und Montpellier studiert und in Dresden ihr Vikariat absolviert hatte. „Nach dem 1. Examen wollte ich eigentlich nach Brasilien gehen“, sagt sie nachdenklich. Aber da hatte sie ihre große Liebe schon getroffen, und ein Baby war unterwegs. So blieb sie denn. Aber es blieb auch eine gewisse Unruhe. „Ich wollte noch mal was Anderes machen“, sagt sie.
Olderup sei eine gute Gemeinde für sie gewesen, sagt die frühere Glückstädterin. Obwohl die Gemeinde nur aus gut 600 Leuten besteht, hält sie Kindergarten und Friedhof in eigener Trägerschaft vor, dazu Kirche, Gemeindehaus und Pastorat – die junge Seelsorgerin musste sich in alle relevanten Fragen von Mitarbeiter- und Friedhofsrecht sowie in das Bauwesen einarbeiten. „Ich war aber immer gut vom Kirchengemeinderat getragen“, sagt sie dankbar. Überhaupt sei die Gemeinde ihr stets wertschätzend begegnet, es war ein gutes Miteinander auf allen Ebenen.

Kleine Gemeinde, viele Aufgaben
Aber Olderup ist eben auch klein, und als Pastorin mit halber Stelle war sie immer Ansprechpartnerin in allen Fragen. Mitarbeitende vorzuhalten ist in einer so kleinen Gemeinde schwierig, und es ist nicht leicht, Jobs wie die Reinigungskraft oder den Friedhofsgärtner mit geringen Stundenzahlen zu besetzen. In Dresden war sie Vikarin in der Martin-Luther-Kirchengemeinde in der Neustadt. Die Gottesdienste waren immer sehr gut besucht, Kinder gehörten von Anfang an dazu – da war das pralle Leben in der Gemeinde. Dagegen geht es bei den Sonntagsgottesdiensten in der alten Felssteinkirche oft eher ruhig zu. Ihren Dienst in der Nachbargemeinde Hattstedt habe sie als Bereicherung erlebt, erzählt sie, sie sei dort ebenfalls gut aufgenommen worden, und das Nachbardorf Horstedt gehörte zu ihrem Seelsorgebezirk.

Jugendarbeit wird Schwerpunkt
Nun steht der Wechsel an. Zehn Jahre, das ist schon eine lange Zeit. Inzwischen ist die Familie auf vier Kinder angewachsen, bis zum Umzug wird es aber noch ein bisschen dauern. Heike Braren wird von bisher 50 Prozent auf eine 100-Prozent-Stelle aufstocken, ihr Mann reduziert im Gegenzug seine Stelle, damit das Familienleben weiter gut funktioniert. Ein besonderes Herzensanliegen war der Theologin immer die Kinder- und Jugendarbeit, und so passt es, dass die Kirchengemeinde Husum ihr letztere besonders anvertraut.

Gottesdienst mit Entpflichtung am Sonntag
Der Gottesdienst zur Verabschiedung von Pastorin Heike Braren beginnt um 9.30 Uhr in der Alten Felssteinkirche zu Olderup. Anschließend lädt die Kirchengemeinde zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus ein.