Ein moderner Ort des Gedenkens

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Ein moderner Ort des Gedenkens

Husum – „Herzschiff“, so hat Fabian Vogler die Skulptur genannt, die nunmehr vor dem Albert-Schweitzer-Haus in Rödemis zum Gedenken mahnt. Sie solle, so Kirchengemeinderatsvorsitzender Henning Möller, ein moderner Ort der Erinnerung an alle Opfer von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung sein. Am Volkstrauertag wurde sie in Gegenwart des Künstlers eingeweiht.

Von weitem sieht sie aus wie ein großer, aufgebrochener Felsstein auf einem schwarzen Podest. Sie sei aber aus Bronze gegossen, so erzählte Fabian Vogler während des Gottesdienstes, den Pastorin Gesche Schaar leitete. Ein aufwändiger Prozess mit Hohlkörpern in mehreren Arbeitsgängen sei das gewesen, so Vogler, und am Beginn habe eine Form gestanden, die er am PC erstellt und einem dem 3D-Drucker hergestellt habe. Von Nahem kann man erahnen, dass der vermeintliche Fels ein Herz oder ein Schiff oder beides ist. Im vergoldeten Aufbruch sind Bootsbänke angedeutet.

Inspiriert habe ihn das englische Wort „Friendship“, das, wenn es um mehr als Freundschaft geht, auch zu „Heardship“ werden kann. So war er zum Herzschiff gekommen. „Liebe überwindet Diskriminierung, aber auch Krieg, Gewalt und Verfolgung“, so der Bargumer Künstler. Und gerade die Überwindung von Diskriminierung sei ihm ein Herzensthema, seit er an dem Buch „Die Schönheiten des Geschlechts“ mitgewirkt habe, in dem es um Intersexualität geht.

In der Morgensonne vor dem Albert-Schweitzer-Haus leuchtete das Gold der Skulptur strahlend. „Gedenke“ steht aus dem schwarzen Podest. Die Kirchengemeinde hatte weiße Rosen vorbereitet und die Teilnehmenden nahmen sie gerne und legten sie andächtig und sorgfältig vor oder auf der Skulptur ab.