Politisches Nachtgebet in Husum

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Politisches Nachtgebet in Husum

Husum – Das Politische Nachtgebet wurde im vergangenen Jahr 50 Jahre alt: Beim Deutschen Katholikentag 1968 feierte es Premiere, seitdem hat es sich – auch international – etabliert als eine Form, die Politik und Kirche zusammendenkt. Die Kirchengemeinde Husum greift nun diese Tradition auf. Am 29. März beginnt um 20.30 Uhr in der St. Marien-Kirche eine Veranstaltung, die von Politikern und Kirchenmenschen gemeinsam organisiert wird und die ein Forum bieten will für Austausch und vor allem für gemeinsame Aktionen.

Impulse für Politik, Kirche und Gesellschaft
„Ursprünglich war das Politische Nachtgebet eine Notlösung“, erinnert Friedemann Magaard, Pastor an St. Marien. Im Kirchentagsprogramm wollte man nicht so recht auf das Format einsteigen, das die Theologen Dorothee Sölle und Fulbert Steffensky gemeinsam mit dem Autor Heinrich Böll entwickelten hatten. So wies man ihm eine vermeintlich nicht so attraktive Uhrzeit am späten Abend an. Aber sie hatten sich geirrt: Das Politische Nachtgebet traf den Puls der Zeit. Viele, sehr viele Menschen kamen, und in der Folge entwickelten sich aus den lebhaften Debatten Impulse für Politik, Kirche und Gesellschaft.

Mutmacher! Gegen die Angstmacher
„Was kann Kirche heute in politisch aufgeregten Zeiten tun?“, fragt Andreas Tietze (MdL, Bündnis 90/Die Grünen), der die Veranstaltung gemeinsam mit Friedemann Magaard initiierte. „Die Zeiten werden rauer, und wir müssen raus aus den Komfortzonen.“ Gemeinsam haben die beiden interessante Menschen in den Vorbereitungskreis holen können. Mit dabei sind) Astrid Damerow (MdB, CDU), Jürgen Laage (Kreispolitiker, SPD), Jörg Tessin (Kreistag FDP), Bischöfin i. R. Maria Jepsen und Irene Fröhlich, ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen. Das erste Politische Nachtgebet in Husum steht unter dem Motto „Mutmacher! Gegen die Angstmacher.“ Die Impulse zu Beginn liefern Liane Bednarz (aktuelles Buch: „Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirche unterwandern“), Herrmann Josef Thoben von der Akademie für Landliche Räume und der Schüler Poul Franck, der sich für „Fridays for Future“ engagiert.

Politisches Nachtgebet im traditionellen Vierschritt
Nach den Impulsen gibt es eine Andacht mit Lied, Gebet und Stille. Es folgt eine offene Diskussion, an der sich auch das Publikum beteiligen kann. Zum Schluss gibt es die Möglichkeit zum Austausch in kleinen Gruppen und zu Verabredungen. „Mit dem Politschen Nachtgebet setzen wir ein Zeichen gegen diejenigen, die in populistischer Weise mit der Angst Politik machen oder Angst predigen“, so Astrid Damerow in einer Mitteilung. „Wir brauchen in dieser Zeit Zivilcourage, so dass Menschen mutig für ihre Werte eintreten.“