Synode beschließt Regionenbildung

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Synode beschließt Regionenbildung

Wie wird die Arbeit im Kirchenkreis Nordfriesland aussehen, wenn es deutlich weniger Pastorinnen und Pastoren gibt? Absehbar ist, dass Kirchengemeinden in Zukunft enger zusammenarbeiten müssen, um die Herausforderungen bewältigen zu können. Der Synode des Kirchenkreises beschloss in Leck die Bildung von neun Regionen, in denen sich die Gemeinden gegenseitig unterstützen und fördern können. Bis zu elf Kirchengemeinden sind durch diesen Beschluss einander zugeordnet, ohne jedoch ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

So sehen die Zuschnitte aus

Die unterschiedlichen Voraussetzungen wurden bei den regionalen Zuschnitten berücksichtigt: So bilden die sechs Sylter Kirchengemeinden eine Region ebenso wie die Eiderstedter Kirchengemeinden von Simonsberg bis St. Peter-Ording. Weitläufiger ist die Region Husum: Sie erstreckt sich über Schobüll und Nordstrand bis nach Pellworm. Im Norden gibt es im Bereich des ehemaligen Südtonderns zwei Regionen. Von Langenhorn bis Drelsdorf geht die Region Nord-Süd, die Hallig Hooge wird sich hier zuordnen. Ein Streifen von West nach Ost zieht sich von Hattstedt über Olderup und Schwesing bis nach Viöl. Im Südosten arbeiten Mildstedt, Ostenfeld, Koldenbüttel, Friedrichstadt und Schwabstedt zusammen. Diskussionen gab es um die Region Amrum-Föhr. Die Entfernungen seien zu groß, hieß es, eine Zusammenarbeit sei nicht sinnvoll möglich. Auch aus anderen Gemeinden kamen Einwände. Dennoch beschloss die Synode die regionalen Zuschnitte mit großer Mehrheit. „Es geschieht etwas, wenn Menschen zusammenkommen“, sagte Pröpstin Annegret Wegner-Braun, „das wollen wir fördern. Es ist nicht Absicht des Kirchenkreisrates, Gemeinden zur Fusion zu bewegen.“

Der Pfarrstellenplan bis 2030

Intensiv diskutiert wurde der Pfarrstellenplan, den Propst Jessen-Thiesen vorstellte. Die geburtenstarken theologischen Jahrgänge gehen nach und nach in den Ruhestand, es gibt nicht genug Nachwuchs, sie zu ersetzen. Im Jahr 2030, so der Propst, werden nur noch 41 statt der bisher 62 Seelsorger und Seelsorgerinnen in Nordfriesland Dienst tun. Es werde in Zukunft darum gehen, die knapper werdende pastorale Ressource gerecht zu verteilen, sagte er. „Wir wollen weiterhin Volkskirche sein, und wir wollen, dass auch in Zukunft ländliche Regionen pfarramtlich gut versorgt werden.“ Aber die Zahlen machten dann doch besorgt: So soll es nach bisherigen Plänen auf Sylt statt bisher fünfeinhalb Pfarrstellen im Jahr 2030 nur noch drei geben, und die Sylter Synodalen fragten kritisch die Verteilkriterien nach, die ihrer Ansicht nach der Bedeutung des Tourismus‘ nicht gerecht würden. „Sind Kriterien, die einmal für die Verteilung geringer werdender finanzieller Ressourcen entwickelt wurden, sinnvoll anzuwenden auf die Pfarrstellenzuweisung?“, fragte eine von ihnen. Einig waren sich alle, dass Polarisierung und Verteilungskämpfe der gemeinsamen Sache nicht zuträglich seien. Der Pfarrstellenplan soll in den Kirchengemeinderäten behandelt und in der Novembersynode beschlossen werden.

Dr. Jürgen Kolk ist neuer Präses

Gleich zu Beginn der Synode verabschiedete sich das Gremium sehr herzlich von Carl-Heinrich Feddersen. Er war der erste Präses der neuen Synode, nachdem die Kirchenkreise Husum-Bredstedt, Eiderstedt und Südtondern fusioniert waren. „Du hast deine Aufgabe immer sehr ernst genommen“, dankte Andreas Raabe, stellvertretender Präses, seinem Weggefährten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Feddersen habe die Synodaltagungen „ruhig, besonnen und humorvoll“ geleitet. Propst Jessen-Thiesen lobte die Unaufgeregtheit des scheidenden Präses: Er habe immer die Ruhe bewahrt und in den Diskussionen die sachliche und faire Debatte gefördert. Als neuen Präses wählte die Synode Dr. Jürgen Kolk. Der 56jährige Politikwissenschaftler und Historiker lebt und arbeitet seit 15 Jahren auf Gröde.

Kreispräsident Ueckermann lobt den Kirchenkreis

Im Bericht des Kirchenkreisrates beschäftigte sich Pröpstin Annegret Wegner-Braun unter anderem mit der Mitgliedschaftsentwicklung. „Viele Menschen treten aus der Kirche aus – trotz guter und wertvoller Arbeit“, sagte sie. „Wir sind auf dem Weg zu einer Minderheitenkirche, wir können die Entwicklung nicht abwenden.“ Für das Evangelische Kindertagesstätten-Werk sei im Jahr 2020 ein kirchlicher Eigenanteil von 539000 Euro für die Betriebskosten der 31 angeschlossenen Einrichtungen nötig. Zugleich sei eine personelle Aufstockung erforderlich. Weitere Themen des Kirchenkreisrats seien unter anderem die Umsetzung des Präventionsgesetzes der Nordkirche und die Sanierung der Kirchen Eiderstedts gewesen. Im gemeinsamen Bericht lobten die beide Pröpste das große Engagement der Kirchengemeinden in der Corona-Krise und die vielfältigen Formen, mit denen Pastorinnen und Pastoren sich trotz der Kontaktbeschränkungen ihren Gemeinden zugewandt hätten. Kreispräsident Manfred Ueckermann sprach ein Grußwort für den Kreis und lobte die intensive Zusammenarbeit in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

August-Synode