Was bleibt?

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Was bleibt?

Aussprüche voll mit Lebensweisheit, kleine oder große Gegenstände und Geschichten erinnern uns an Menschen, die uns in einer mehr oder weniger langen Phase des Lebens begleitet haben. Diese Erinnerungen sind über Jahrzehnte hinweg aktuell und lebendig geblieben. Sie sind kostbar, weil sie nie ihr Feuer, ihren Sinn verloren haben, weil sie auf wundersame Weise unser späteres Leben bereichern und beflügeln und es reich und füllig machen.

„Was bleibt.“ ist eine gemeinsame Initiative der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland und ihrer Diakonischen Werke in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zu „den Schatzkästchen des Lebens“ hat jetzt das Diakonische Werk Husum – unter Einbeziehung der Kirchengemeinde Husum, der Diakonie Schleswig-Holstein und der Diakonie-Stiftung Schleswig-Holstein – eine Ausstellung und verschiedene Veranstaltungen organisiert.

Als „faszinierend“ empfindet Bernd Hannemann, Vorsitzender der Diakonie-Stiftung, diese Möglichkeit, mit einem „biografischen Ansatz“ Menschen, ohne sie in Bedrängnis zu bringen, angemessen auf ihre Bereitschaft anzusprechen, der Kirche oder den Diakonischen Werken etwas zu hinterlassen. Die Veranstaltungsreihe mit christlichem Bezug soll die Besucherinnen und Besucher an ihr eigenes Leben erinnern – daran, wie sie erwachsen geworden sind, welche Zeichen, Symbole und Geschichten sie durch das Leben getragen haben. „Diese Veranstaltungsreihe hat mit Abschied nehmen und loslassen zu tun. Wir möchten auf diesem Weg die Menschen erreichen, mit ihnen ins Gespräch kommen und einen Raum schaffen, in dem sie sich dem Thema nähern können.“

Den Auftakt bildet ein Themengottesdienst am Sonntag (7. Nov.) um 11:00 Uhr. Am darauffolgenden Mittwoch (10. Nov.) öffnet Landrat Florian Lorenzen im Rittersaal des Schlosses vor Husum um 19:00 Uhr sein persönliches „Schatzkästchen“. Die letzte Veranstaltung ist am Sonntag (21. Nov.) um 19:00 Uhr geplant, wenn in der Marienkirche Musik von Telemann, Bach und Händel sowie Texte zu Abschied und Ewigkeit vorgetragen werden. Dazwischen entrollt sich ein Teppich aus abwechslungsreichen und informativen Veranstaltungen: Im Mehrgenerationenhaus werden Plätzchen für Jung und Alt gebacken unter dem Motto „So schmeckt Kindheit“, es geht um Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, um Testamentsgestaltung und „Glaubenssätze“ aus Familien und Generationen. Auch ein Friedhofsspaziergang mit besonderem Blick auf den Wandel der Bestattungskultur wird angeboten. Die Marktandachten stehen unter einem besonderen Zeichen. Darüber hinaus öffnen auch Husums Bürgervorsteher Martin Kindl, die Palliativ-Medizinerin Dr. Daisy Benson und Bischöfin i.R. Maria Jepsen ihre „Schatzkästchen“. Veranstaltungsorte sind unter anderem das Diakonische Werk Husum, die Bibliothek, das Kinocenter oder das Gemeindehaus Sankt Marien. Bei vielen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Die Besuchenden müssen allerdings die allgegenwärtigen „3-G-Regeln“ beachten. Interessierte können sich informieren auf der Internetseite des Diakonischen Werks Husum unter www.dw-husum.de/aktuelles. Die Ausstellung – in jeweils leicht veränderter, angepasster Form – ist stets die stille Begleiterin sämtlicher Veranstaltungen.

„Eine intensive Vorbereitungszeit liegt hinter uns“, berichtet Pastor Friedemann Magaard, Mitglied des Organisatoren-Teams. „Wir freuen uns darüber, diese hochkarätigen Veranstaltungen anbieten zu können.“ DW-Geschäftsführer Volker Schümann sieht es ähnlich: „Es ist ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt worden, das in mehreren Kirchen spielt und unterschiedliche Formate beinhaltet.“ Er dankt für die gute Zusammenarbeit aller, die an der Vorbereitung beteiligt sind und ist gespannt auf manche „junge“ und „ältere“ Perspektive. „Die eine oder andere Veranstaltung wird durchaus emotional sein. Wichtig ist jedoch die gemeinsame, intensive Kommunikation, die mitunter einen intimen Rahmen braucht“, schließt er.

Zum Foto: Bernd Hannemann, Volker Schümann und Friedemann Magaard (v.l.) weisen auf die Veranstaltungsreihe „Was bleibt.“ hin.