Wissen, worauf es ankommt

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Wissen, worauf es ankommt

Nordfriesland – Wo Kirche drauf steht, soll auch Kirche drin sein. Aus diesem Grund hat der Kirchenkreis Nordfriesland eine halbe Pfarrstelle für „kirchlich-diakonische Profilbildung“ eingerichtet. Seit dem 1. November 2018 ist sie mit Pastor Leif Mennrich aus Breklum besetzt. Er erklärt, was es damit auf sich hat.

Maßnahme soll alle kirchlich-diakonischen Mitarbeiten
„Meine Aufgabe ist die Stärkung des christlichen Profils der diakonischen und pädagogischen Einrichtungen des Kirchenkreises“, sagt er. „Wir wollen allen Mitarbeitenden Kenntnisse von kirchlich-diakonischen Strukturen und Inhalten vermitteln.“ Alle Mitarbeitenden – das sind viele. Insgesamt sind 1200 Menschen in Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen und Wohnheimen beschäftigt, und die Maßnahme soll alle neuen Mitarbeitenden erreichen – von der Servicekraft bis zur Einrichtungsleitung. Ziel ist, dass jeder Mitarbeitende sich des kirchlichen Arbeitsrahmens bewusst ist und über die Werte, die die Einrichtung prägen, Auskunft geben kann. Vier Tage soll – so ist es geplant – ein Einführungskurs dauern. „Unsere Mitarbeitenden sind per Arbeitsvertrag zu regelmäßigen Fortbildungen angehalten“, so Leif Menrich, „die Workshops sind Fortbildungen im Rahmen der Arbeitszeit.“

Die Feste des Kirchenkreises kennen
Im Hintergrund steht die Erfahrung, dass zunehmend Mitarbeitende beschäftigt werden, die konfessionslos sind, aus anderen religiösen Kulturen kommen oder schlicht schon lange keinen Kontakt mehr zur Kirche haben. Keinesfalls gehe es bei diesen Fortbildungen um Mission oder Überredung, so Pastor Mennrich. Aber Grundkenntnisse zum Beispiel über die Feste des Kirchenjahres wie Ostern oder Pfingsten sollten gerne vorhanden sein. Auch sollten Mitarbeitende wissen, welche seelsorgerlichen oder geistlichen Angebote der Kirchenkreis vorhält, wenn Klienten danach fragen. Eine kleine Andacht gestalten, ein Vater-Unser beten – wenn Mitarbeitende das könnten, wäre das wunderbar und würde das christliche Profil der Einrichtungen stärken.

Theologische Fachkompetenz ist gefrage
Leif Mennrich freut sich auf die Arbeit. „Meine Fachkompetenz ist gefragt. Ich arbeite wirklich inhaltlich.“ Der 46-Jährige Lüneburger hat viel Erfahrung als Gemeindepastor zum Beispiel in Hildesheim oder zuletzt im Auslandspfarramt in Lissabon. Jetzt geht es darum, theologische Inhalte so zu vermitteln, dass sie praxisnah, verständlich und anwendbar sind. Über die Workshops hinaus ist er ansprechbar für Gespräche und Beratungen, auch vor Ort in den Einrichtungen.

Eine gute Fehlerkultur gehört zum christlichen Menschenbild
Dem Seelsorger geht es um mehr als Wissensvermittlung. „Mein Anliegen ist, dass wir durch das christliche Profil einer Einrichtung auch zu einer guten Fehlerkultur und Fehlertoleranz kommen“, sagt er. Vergebung ist für ihn ein zentrales, christliches Thema und fußt auf einem Menschenbild, das sich nicht allein über Leistung, Effektivität und Kompetenz definiert, sondern immer den ganzen Menschen mit seinen Fehlern und Schwächen im Blick hat. „Ich wünsche mir, dass man innerhalb der Einrichtung spürt, dass Nächstenliebe, Vergebung und Fürsorge gelebte Realität sind.“