You’ll never walk alone

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You’ll never walk alone

Manchmal kommt der Tod zur Unzeit: Wenn ein Familienmitglied krank wird, sterbenskrank, dann leiden alle mit, dann ist nichts mehr wie es war, und manch unbeschwerte Kindheit nimmt ein jähes Ende. Im Wilhelminen-Hospiz Niebüll gibt es für sie die Anlaufstelle „Trau Dich!“. Hier finden Familien Rat, Trost und Begleitung, manchmal über Jahre hinweg. Ihre Arbeit unterstützte nun das Evangelische Kinder- und Jugendbüro (EKJB) mit der Aktion „You‘ll never walk alone“: In vier Wochen bewegten sich Freunde des EKJB 1500 Kilometer ohne Motor, und für jeden Kilometer gab es einen Euro für die gute Sache.

Gegen den Corona-Blues

„Anfang des Jahres haben wir festgestellt, dass unsere jungen Leute richtig im Corona-Blues sind“, so Anna Ihme bei der Übergabe. „Sie brauchten eine Aufgabe und ein Ziel.“ Und so war das Team um die Pädagogin zu der Idee einer Art Challenge gekommen. Vier Wochen lang war es die Aufgabe, möglichst viele Kilometer ohne Motor zurückzulegen und diese dem EKJB zu vermelden. „Wir wollten die jungen Menschen in Bewegung bringen“, so Anna Ihme, und sie freut sich riesig, dass das angepeilte Ziel von 1500 Kilometern erreicht wurde.

Die Strecken wurden zu Fuß, per Fahrrad oder auch mit dem Pferd zurückgelegt. Der eifrigste Teilnehmer erwanderte 180 Kilometer, im Schnitt bewegte sich jeder gut 27 Kilometer. Es waren 55 Teilnehmende, darunter auch Erwachsene und ältere EKJB-Freunde. Der Rosenmontag, so witzelte die Pädagogin, habe nicht zu wesentlichen Einschnitten in die Bewegungs-Aktivität geführt, schlechtes Wetter dagegen sei ebenso deutlich in der Kurve sichtbar wie die schönen Vorfrühlingstage.

Begleitung in schweren Situationen

„Wir freuen uns riesig“, so Mareike Carstensen von Trau-Dich. Mit ihrer Kollegin Heike Behrens-Schulz begleitet sie 30 bis 40 junge Menschen pro Jahr. Es gibt Trauergruppen für Eltern und Kinder, Projekte in Schulen und Kindergärten und immer wieder Einzelberatungen. „Wie bereite ich mein Kind auf die Beerdigung vor?“ ist eine wiederkehrende Frage. Auch ob und wie es möglich ist, Mama oder Papa im Krankenzimmer oder im Hospiz zu besuchen, wenn der körperliche Verfall schon so sehr sichtbar ist. Dass Krebs kein niedliches Krabbeltier vom Strand sondern eine aggressive Zellwucherung ist, muss so erklärt werden, dass es nicht zusätzlich Ängste schürt und doch ehrlich bleibt – dabei helfen die Beraterinnen von der Anlaufstelle. „Wir sind ein niedrigschwelliges Angebot, das ist wichtig“, ergänzt Heike Behrens-Schulz. Und dabei helfen besonders entsprechende Aktivitäten wie ein gemeinsames Bowlen oder der Besuch eines Klettergartens, und dafür kann das gespendete Geld gut verwendet werden.

„Bewegung ist ein gutes Stichwort“, sagt Annegret Wegner-Braun, Pröpstin für den Nordbezirk des Kirchenkreises, der einen Teil der Spende übernimmt. „Wichtig ist: Gott geht mit, egal, was auch passiert. Ich bedanke mich sehr herzlich für Ihre Arbeit.“