Glitzer, Offenheit und eine wichtige Botschaft: Jeder Mensch ist einzigartig und genau das macht unsere Gesellschaft vielfältig. Am 30. September wurde die Christuskirche in Niebüll zu einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche über Unterschiede, Akzeptanz und den Mut, man selbst zu sein, ins Gespräch kamen. Unter dem Motto „Vielfalt, Mut und Glitzersegen“ hatte das Evangelische Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland (EKJB) zu einem besonderen Nachmittag mit der Dragqueen Veuve Noire eingeladen.
Wie wichtig es ist, Kindern schon früh zu zeigen, dass Menschen ganz unterschiedlich leben, lieben und aussehen können, wurde an diesem Nachmittag deutlich. Veuve Noire, bekannt aus der Olivia-Jones-Familie, sprach mit den jungen Gästen über Vielfalt, eigene Erfahrungen und darüber, warum niemand Angst haben sollte, anders zu sein.
„Ich möchte, dass die Kinder mitnehmen, dass Vielfalt viel, viel mehr bedeutet als das, was sie im eigenen Umfeld kennenlernen“, erklärte Veuve Noire.

Kein Mensch ist falsch
Dass diese Botschaft bei den Kindern und Jugendlichen ankam, zeigten ihre Antworten auf die Frage, was Vielfalt für sie bedeutet. Ein Kind beschrieb, dass nicht nur Frauen typisch weiblich und Männer typisch männlich sein müssten. Jeder Mensch könne sich schminken, Kleider oder Röcke tragen, unabhängig vom Geschlecht.
Ein Mädchen brachte ihre Vorstellung von Vielfalt besonders deutlich auf den Punkt: „Ich finde, dass jeder so rumlaufen kann, wie er will.“
Gerade heute brauche es ihrer Meinung nach wieder mehr Offenheit und auch „ganz viel Glitzer“. Ihre Botschaft: „Kein Mensch ist falsch.“
Eine weitere Teilnehmerin machte deutlich, dass Vielfalt auch bedeutet, unterschiedliche Meinungen anzuerkennen: „Jeder Mensch hat auch eine andere Meinung zu dem Thema. Meine Meinung ist ja nicht unbedingt dieselbe wie von irgendeiner anderen Person.“
Nächstenliebe, Toleranz und Vielfalt
Für das Evangelische Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland ist die Auseinandersetzung mit diesen Themen eng mit dem christlichen Menschenbild verbunden.
„Veuve Noire steht einfach für das, was wir als christliche Menschen vertreten: für Nächstenliebe, für Toleranz und Vielfalt“, erklärte EKJB-Mitarbeiterin Anna Ihme.
Dabei ging es nicht nur um das äußere Erscheinungsbild, sondern auch um Zugehörigkeit, Selbstvertrauen und den Umgang mit Ausgrenzung.
Was würde Veuve Noire einem Kind sagen, das sich anders fühlt als die anderen?
Ihre Antwort war ebenso bildhaft wie ermutigend: „Manchmal ist man das Viereck unter den Dreiecken.“
Nur weil ein Kind anders sei als die Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld, bedeute das nicht, dass es unnormal sei. Es gebe viele andere Menschen, die ähnlich empfinden oder leben, auch wenn sie gerade nicht in der Nähe seien. „Du bist nicht allein“, betonte Veuve Noire.
Ein Nachmittag, der zum Nachdenken anregt
Neben den Gesprächen bot die Veranstaltung Raum für Begegnungen und gemeinsames Erleben. Im Mittelpunkt stand die Möglichkeit, Fragen zu stellen, andere Perspektiven kennenzulernen und offen über Themen zu sprechen, die im Alltag nicht immer selbstverständlich Platz finden.
Der Nachmittag in der Christuskirche zeigte, wie selbstverständlich Kinder und Jugendliche über Unterschiede sprechen können, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Und er machte deutlich, was gelebte Vielfalt bedeutet: einander mit Respekt begegnen, Unterschiede zulassen und Menschen so annehmen, wie sie sind.