Was bleibt, wenn unsere menschlichen Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen?
In seinem aktuellen Kirchlichen Wort erzählt Pastor Peter Schuchardt aus Bredstedt von einem persönlichen Erlebnis, von der Kraft des Gebets und davon, warum Hoffnung auch in schwierigen Momenten Zuversicht schenken kann.
Es war ein ganz normaler Tag. Plötzlich der Anruf: Ein guter Freund ist zuhause zusammengebrochen. Gott sei Dank war seine Frau da und hat sofort reagiert. Der Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus. Dort hieß es dann: Warten. Endlich kam eine Ärztin und sagte: „Es sieht nicht gut aus. Da hilft nur noch hoffen und beten.“
Manch einer von Ihnen kennt diesen Satz. Er steht fast immer am Ende eines Weges. Wir sagen ihn, wenn wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten am Ende sind, wenn wir nur noch Dunkel, Tod und Schmerz sehen. Und es tut ja weh zu erkennen: Unsere Möglichkeiten zu helfen sind begrenzt, selbst in der Medizin, die doch so großartige Fortschritte gemacht hat. Auch ich bin begrenzt in dem, was ich tun und machen kann.
Aber ich vertraue auf Gott. Ich vertraue mich in allem und mit allem ihm an. Wo ich am Ende bin, da hat Gott noch viele Möglichkeiten, die ich gar nicht kenne oder ahne. Darum kann ich hoffen. Und beten. Gott sei Dank kann ich das tun. Denn wie schrecklich wäre eine Welt, in der ich das nicht könnte. Hoffnungslos und trostlos wäre sie für mich. Ich bin froh, dass ich hoffen und beten kann. Das holt mich heraus aus dem dunklen Loch voller Schmerz und Tod. Das öffnet mir den Raum voller Zuversicht und Licht. Und so haben wir für unseren Freund gehofft und gebetet. Gestern dann der Anruf: Es geht ihm besser. Er ist auf einem guten Weg.
Unsere Welt droht uns oft zu überrollen mit ihren Schrecken und ihrer Finsternis. Aber wir haben einen Schlüssel zur Zuversicht. Darum hoffe und bete ich weiter – für unseren Freund und gegen das Dunkel in unserer Welt.
Peter Schuchardt, Pastor in Bredstedt
Das Kirchliche Wort erscheint in der SHZ
