Internationale Wochen gegen Rassismus 2026
Aktion des Diakonischen Werkes Husum auf dem Tönninger Marktplatz
Fotos und Text: Uwe Knudsen
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, steht in der Präambel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland an erster Stelle. In dieser am 8. Mai 1949 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Verfassung sind die Grundrechte aller Menschen, wie die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie die Gleichbehandlung von Frauen und Männern unzweideutig mit einer Ewigkeitsklausel festgelegt. Die Schaffung des Grundgesetzes war eine Reaktion auf die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus, in der Fremdenhass, Antisemitismus, Rassismus und die Verfolgung Andersdenkender in einer Katastrophe endeten.
Trotz vieler Aufforderungen die Geschehnisse der NS-Zeit niemals wieder stattfinden zu lassen, macht sich in Deutschland, wie auch in anderen Ländern der Europäischen Union, ein gegen die Menschenwürde aufkeimender Rassismus bemerkbar. Studien belegen, dass 22 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung rassistische Einstellungen verschiedenster Art in sich tragen.
Um diesem verhängnisvollen Trend entgegenzuwirken, werden seit den 1990er Jahren die Internationalen Wochen gegen Rassismus veranstaltet. Die von der „Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus“ und vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierten Aktionen finden in diesem Jahr vom 16. bis 29. März statt. „100 % Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ lautet diesmal das Motto.
Auch die Diakonischen Werke in Schleswig-Holstein beteiligen sich mit verschiedenen Aktionen an den bundesweiten Veranstaltungen. So fand am 23. März vor der Kulisse des Tönninger Wochenmarkts eine Kunstaktion des Diakonischen Werks Husum (DW) statt. Die von der DW Fachstelle Migration Husum & Umland und Eiderstedt organisierte Veranstaltung wurde von den Vereinigungen „Buntes Eiderstedt“ und „Pro Asyl“ unterstützt. Als Mitarbeitende der Fachstelle verteilten Synje Detlefsen und Alaa Ahmad Handzettel an Passanten, auf denen die verschiedenen „Gesichter“ und die alltäglichen Vorkommnisse sowie die Auswirkungen von Rassismus dargestellt sind. „Leben und leben lassen ist ein guter Vorsatz, um miteinander klarzukommenden“, kommentierte eine Passantin das Geschehen. Zudem wurde zur freiwilligen Teilnahme an einer Malaktion aufgefordert. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, auf das Thema Rassismus aufmerksam zu machen und möchten darüber mit den Menschen vor Ort gerne ins Gespräch kommen“, betonte die Abteilungsleiterin des DW Cordula Wulfert.

Die Kirche Zum Heiligen Kreuz in Ockholm ist ein nordfriesischer Erinnerungsort. Sie erzählt von Verlust, Wiederaufbau und Hoffnung. Nachdem Vorgängerkirchen in den Sturmfluten von 1362 und 1634 zerstört worden waren, wurde die heutige Kirche nach der verheerenden Flut von 1634 auf einer Warft errichtet. Allein dieser Standort ist schon eine Botschaft: Kirche sucht hier bewusst die Höhe, weil das Land die Erfahrung des Wassers nie vergessen konnte.
Die Ockholmer Überlieferung ist dabei erschütternd konkret. Die Gemeinde berichtet, dass bei der Flut von 1634 zusammen mit 300 bis 400 weiteren Ockholmern auch die ganze Pastorenfamilie ums Leben kam; nur der älteste Sohn überlebte, weil er als Student nicht zu Hause war. Solche Erinnerungen machen deutlich, dass diese Kirche nicht nur auf einer Warft steht, sondern auf einer Geschichte von Trauer und Neuanfang.
Der Wiederaufbau wurde auch politisch unterstützt. Ockholm wurde 1639 bis 1641 mit Hilfe des dänischen Königs Christian IV. wieder eingedeicht. Für den Kirchenbau schenkte der König der Gemeinde Steine aus dem im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Bordelumer Herrenhof „Fruu Mettenhof“. So wurde aus Zerstörung neues Baumaterial und aus Resten ein neuer Ort der Hoffnung. Auch im Inneren setzt sich diese Geschichte fort. Sehenswert sind der Altaraufsatz aus der Zeit zwischen 1600 und 1620 mit der Kreuzigung im Mittelbild,
die alte Turmuhr im freistehenden Glockenstapel und eine Kanzel mit Sanduhr aus dem 17. Jahrhundert, die an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert.
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.