Der neue Pfarrsprengel Sylt-Ost

Seit dem 1. August bilden die Kirchengemeinden Keitum und Morsum gemeinsam den neuen Pfarrsprengel Sylt-Ost. Beim MorSUMMERfest am 15. August wurde dieser neue Weg nun auch feierlich sichtbar. Propst Mathias Lenz führte Pastorin Susanne Zingel in einem Gottesdienst in ihr Amt als Pastorin des Pfarrsprengels ein.

Aus Zusammenarbeit wird eine gemeinsame Perspektive

St. Severin in Keitum und St. Martin in Morsum gehören zu den ältesten Kirchen auf Sylt. Nur wenige Kilometer liegen zwischen ihnen. Künftig verbindet die beiden Kirchengemeinden nicht nur ihre lange gemeinsame Geschichte, sondern auch eine gemeinsame Pfarrstelle.

Doch ganz neu ist die Zusammenarbeit für Pastorin Susanne Zingel und die Menschen in Morsum nicht. Nachdem Pastor Ingo Pohl die Gemeinde im Mai 2025 verlassen hatte und die Pfarrstelle dort nicht wieder besetzt werden konnte, übernahm Pastorin Zingel bereits pastorale Aufgaben in Morsum.

 

Aus dieser zunächst entstandenen Zusammenarbeit entwickelte sich Schritt für Schritt eine dauerhafte Perspektive. Im März sprachen sich die Kirchengemeinderäte von Keitum und Morsum für die Bildung eines gemeinsamen Pfarrsprengels aus. Die entsprechenden Beschlüsse zu den Pfarrstellen fasste anschließend die Kirchenkreissynode.

Zum 1. August wurde der Pfarrsprengel Sylt-Ost schließlich offiziell errichtet.

Propst Mathias Lenz dankte den Verantwortlichen in beiden Gemeinden während des Gottesdienstes für diesen Schritt. Er bezeichnete die Entscheidung als mutig und verantwortungsbewusst.

Zwei Sylter Kirchengemeinden bleiben eigenständig

Ein Pfarrsprengel bedeutet dabei keine Fusion. Keitum und Morsum bleiben rechtlich eigenständige Kirchengemeinden. Sie behalten ihre jeweiligen Kirchengemeinderäte, ihre Strukturen und ihr eigenes Gemeindeleben.

Gemeinsam ist ihnen künftig die Pfarrstelle. Susanne Zingel ist damit Pastorin in beiden Kirchengemeinden und übernimmt den pastoralen Dienst im Pfarrsprengel Sylt-Ost.

Wie das aussehen kann, zeigte sich bereits an Christi Himmelfahrt. Nach einem Segen in St. Martin machten sich Menschen gemeinsam auf den Weg durch den Sylter Osten nach Keitum, um dort in St. Severin Gottesdienst zu feiern.

Ein Weg zwischen zwei Kirchen, der zugleich sinnbildlich für den neuen Pfarrsprengel steht.

Verwurzelt bleiben und gemeinsam weitergehen

Der neue Pfarrsprengel steht zugleich im Zusammenhang mit dem Regionen-Prozess des Kirchenkreises Nordfriesland. Dabei geht es darum, neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln und kirchliches Leben auch unter veränderten personellen und finanziellen Bedingungen verlässlich zu gestalten.

Keitum und Morsum zeigen dabei einen möglichen Weg. Beide Kirchengemeinden bewahren ihr eigenes Profil und arbeiten zugleich dort enger zusammen, wo es sinnvoll und notwendig ist.