KI-Pastoren Marlene und Holger laden in Tating zum Gespräch über Glauben und Zukunft

TATINGEN. Kann künstliche Intelligenz über Glauben sprechen, Trost vermitteln oder Antworten auf persönliche Fragen geben? In der St. Magnus Kirche Tating können Besucherinnen und Besucher das derzeit selbst ausprobieren. Die Ausstellung „Hier endet Eure Furcht“ verbindet KI, digitale Kunst und den historischen Kirchenraum. Mehr als 2.500 Menschen haben sie bereits in den ersten zwei Wochen besucht.

Zwei ungewöhnliche Gesprächspartner warten derzeit in der St. Magnus Kirche Tating: Marlene und Holger sind KI-Pastoren und beantworten Fragen zu Glauben, Kirche, Ängsten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Dabei reagieren sie ganz unterschiedlich. Marlene tritt pointiert, kritisch und mitunter provokant auf, während Holger eher verständnisvoll und zugewandt antwortet.

Gerade diese Unterschiede machen die Begegnung spannend. Die Besucherinnen und Besucher können selbst Fragen stellen und unmittelbar erleben, was künstliche Intelligenz heute bereits kann und an welchen Stellen ihre Grenzen sichtbar werden.

„Die Gespräche mit den KI-Pastoren sind faszinierend und zugleich irritierend“, sagt Pastor Michael Goltz. „Sie zeigen, wie weit künstliche Intelligenz inzwischen gekommen ist, aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Am besten probiert man es selbst aus und bildet sich eine eigene Meinung.“

Digitales trifft Sakrales

Marlene und Holger sind Teil der Kunstausstellung „Hier endet Eure Furcht“, die den gesamten Kirchenraum einbezieht. Lichtinstallationen, Projektionen, Klangkunst und digitale Animationen treffen auf die jahrhundertealte Architektur von St. Magnus.

Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich dabei auf einem symbolischen Weg durch die Kirche: von der Auseinandersetzung mit Furcht und Unsicherheit bis hin zu Hoffnung und Segen. Zu sehen sind unter anderem die Installation „Heads in Eggs“ von Christian Hahn, eine eigens komponierte Klanglandschaft von Jan Meßtorff, animierte Altarfiguren und Engelsprojektionen.

An interaktiven Stationen können die Gäste selbst Teil der Ausstellung werden.

So entsteht ein bewusster Kontrast: Digitales trifft Sakrales, moderne Technik begegnet christlicher Tradition. Und gerade daraus ergeben sich neue Fragen über Glauben, Menschsein und unseren Umgang mit künstlicher Intelligenz.

Bereits zum sechsten Mal wird die St. Magnus Kirche auf diese Weise zum Raum für moderne und digitale Kunst.

Ausstellung besuchen

„Hier endet Eure Furcht“ ist noch bis zum 9. November 2026 in der St. Magnus Kirche Tating zu erleben.

Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr
Öffentliche Führungen: im August donnerstags um 19 Uhr
Gruppenführungen: nach Vereinbarung

Weitere Informationen und Anfragen zu Führungen:
Pastor Michael Goltz: michael.goltz@kirche-spot.de

Über den Kirchenkreis Nordfriesland

Der Kirchenkreis Nordfriesland beginnt an der dänischen Grenze und reicht in den Süden bis Tönning an der Eider. Er umfasst 56 Gemeinden in 9 Regionen mit rund 80.000 Mitgliedern. Neben den Kirchengemeinden mit ihren Aufgaben vor Ort gibt es eine große Vielfalt von kirchlichen Einrichtungen, darunter die Diakonischen Werke Husum und Südtondern, die Husumer Horizonte und das Evangelische Kitawerk.

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Foto: Übergabe des Fördermittelbescheids