Neues Leben für ein Stück Inselgeschichte: Rund 650.000 Euro EU-Förderung für das Anton-Heimreich-Haus auf Pellworm

KIEL/PELLWORM. Mit einem klaren Bekenntnis zur Stärkung des ländlichen Raums und zum Erhalt kultureller Identität hat die Ministerin für ländliche Räume, Cornelia Schmachtenberg, heute (22. Mai) auf Pellworm der Ev.-Luth. Kirchengemeinde einen Förderbescheid für die Modernisierung des denkmalgeschützten Anton-Heimreich-Hauses überreicht. Insgesamt 651.358,47 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) fließen in das Vorhaben. Ergänzt wird die Förderung durch 500.000 Euro Bundesmittel des Denkmalfonds sowie 397.285,92 Euro Eigenmittel. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1.535.144,63 Euro.

„Wir wollen den ländlichen Raum stärken und lebendig erhalten. Dieses Haus ist ein Ort, an dem Tradition und Zukunft aufeinandertreffen. Mit der Modernisierung sorgen wir dafür, dass dieses denkmalgeschützte Gebäude sein unverwechselbares Gesicht behält und gleichzeitig fit für die kommenden Generationen wird“, sagte Schmachtenberg. „Wir erhalten nicht nur kulturelles Erbe – wir stärken zugleich einen wichtigen Ort für die Inselgemeinschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Hans Pahl-Christiansen, Fördermittelmanager des Kirchenkreises Nordfriesland, der die Kirchengemeinde maßgeblich bei der Abgabe es Antrages unterstütz hat, ist begeistert von dem Mut der Kirchengemeinde Pellworm: „Ihrem Teamgeist ist es zu verdanken, dass der Antrag für die Fördermittel schnell und vor allem überzeugend aufgesetzt werden konnte. Ein großes Kompliment nach Pellworm“. Ebenfalls erfreut und dankbar für so viel Engagement ist der Propst des Kirchenkreises Nordfriesland, Mathias Lenz. „Ich freue mich sehr, dass der große Einsatz der Gemeinde vom Bundestag belohnt worden ist. Das ist ein gutes Signal für unsere gesamte Region und für die nordfriesischen Inseln und ihre Kulturschätze“, erklärt Mathias Lenz.

Das Projekt wurde im Rahmen eines Förderaufrufs zur Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der Maßnahme „Ländliches Kulturerbe“ ausgewählt. Im Zuge der Modernisierung wird das Gebäudebarriereärmer gestaltet, energetisch verbessert und funktional neu geordnet. Geplant sind unter anderem die Aufwertung der Innenräume, eine bessere Zugänglichkeit sowie flexible Nutzungsbereiche für Veranstaltungen und Gemeindearbeit. Ziel ist es, die historische Substanz zu bewahren und das Haus als dauerhaft nutzbaren Treffpunkt für die Inselgemeinschaft weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zum Projekt:

Hintergrund:

Ziel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) ist es, die wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Regionen zu stärken, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern und den Erhalt von Natur, Umwelt und kulturellem Erbe zu sichern. Im Rahmen der Maßnahme „Ländliches Kulturerbe“ werden Museen und Gedenkstätten sowie Projekte gefördert, die zur Bewahrung und Weiterentwicklung historischer Gutsanlagen und Baudenkmäler beitragen und damit die Attraktivität ländlicher Räume nachhaltig steigern.

Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung (LLnL).

Über den Kirchenkreis Nordfriesland

Der Kirchenkreis Nordfriesland beginnt an der dänischen Grenze und reicht in den Süden bis Tönning an der Eider. Er umfasst 56 Gemeinden in 9 Regionen mit rund 80.000 Mitgliedern. Neben den Kirchengemeinden mit ihren Aufgaben vor Ort gibt es eine große Vielfalt von kirchlichen Einrichtungen, darunter die Diakonischen Werke Husum und Südtondern, die Husumer Horizonte und das Evangelische Kitawerk.

Fotohinweis:

Foto: Übergabe des Fördermittelbescheids