Gedenken zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges

Solidaritätsabend in St. Marien Husum: Stimmen, die bleiben

Ein Tag, der uns still werden lässt und verbindet.

Vier Jahre Krieg in der Ukraine. Vier Jahre voller Bilder, die sich eingebrannt haben. Zerstörte Städte, Menschen auf der Flucht, Familien, die auseinandergerissen wurden.

Der 24. Februar ist für viele mehr als ein Datum. Er ist ein Tag, an dem Erinnerungen wach werden. Ein Tag, an dem die Nachrichten plötzlich wieder näher rücken. Und ein Tag, an dem viele Menschen spüren, wie sehr sie das Geschehen bewegt.

Ein Zeichen gleich zu Beginn

Schon beim Ankommen war klar, worum es an diesem Abend geht: Viele Gäste unterschrieben auf einem großen Stoffposter mit der Karte der Ukraine und der Botschaft „Today we are all Ukrainians“. Dieses gemeinsame Bild stand sinnbildlich für das, was den Abend prägte: nicht abstrakte Debatten, sondern Haltung und Mitgefühl, ganz konkret und sichtbar. Zum Schluss setzte auch Propst Mathias Lenz seine Unterschrift unter dieses Zeichen der Solidarität.

Menschen im Mittelpunkt

Im Zentrum standen die Geschichten und Erfahrungen von Menschen aus der Ukraine. Eine Geflüchtete schilderte, wie sie den Kriegsausbruch erlebt hat und was bis heute nachwirkt. Der Abend machte spürbar, dass „Ukrainekrieg“ kein Nachrichtenthema ist, sondern Alltag, Angst, Verlust und gleichzeitig Überlebenswille.

Ein besonderer Moment war die Live-Zuschaltung nach Odessa: Der humanitäre Aktivist Andreas Tölke, der seit Jahren dort lebt, berichtete eindrücklich aus seinem Alltag unter Kriegsbedingungen.

Musik, die mehr sagt als Worte

Zwischen den Beiträgen trug Musik die Stimmung des Abends. Ukrainische Künstlerinnen und Künstler aus Flensburg sowie ein ukrainischer Frauenchor aus der Region gestalteten das Programm mit. Die Musik war dabei kein „Rahmen“, sondern eine eigene Sprache: Klage, Kraft und Hoffnung, die im Raum standen, ohne erklärt werden zu müssen.

Dank an alle, die helfen und nicht nachlassen

Der Solidaritätsabend war zugleich ein bewusstes „Danke“. Viele Menschen in Nordfriesland und darüber hinaus unterstützen seit Kriegsbeginn mit Zeit, Spenden, Fahrten und praktischer Hilfe. Vanessa Holdysz, ehrenamtliche Geschäftsführerin von „Freunde helfen Konvoi“, machte deutlich, wie groß die Unterstützung aus Schleswig-Holstein ist.

„Zuhören ist auch Solidarität“

Mitorganisiert und begleitet wurde der Abend von Pastor Friedemann Magaard. Er brachte es in seiner Moderation sinngemäß auf den Punkt: Kirche ist dann glaubwürdig, wenn sie Räume öffnet, in denen Menschen gehört werden, und wenn sie mit anderen gemeinsam Verantwortung trägt.

Der Solidaritätsabend in Husum hat gezeigt, wie das gehen kann: mit Musik, mit klaren Worten, mit persönlichen Geschichten und mit einer Gemeinschaft, die nicht wegschaut.